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update 13.12.09
© 2007 remoto


Südskandinavien
Infiziert vom Norwegen-Virus

Text: Mark Reichmann im Mai 2008

Genau eine Woche vor der geplanten Abfahrt ins Land der Fjorde und Elche lag bei uns noch so einiges im Unklaren. Klaus seine Africa - Twin war noch nicht einmal zusammengeschraubt, meine noch schnell bei Ebay ersteigerte Spiegelreflexkamera ließ auch auf sich warten. Es sollte ein Spiel der Geduld werden, alles auf den letzten Drücker eben…
Aber der Reihe nach, die Vorbereitungen für unseren Trip kamen mehr und mehr ins stocken. Es war eigentlich eine ganz normale Ventilspielkontrolle, etwa 5 Wochen vor Abreisetag machten wir bei unseren Twins noch mal Inspektion. Alles lief soweit nach Plan, bis wir beim Eindrehen einer der Zündkerzen feststellten, dass uns ein Problem der besonderen Art bevor stand. Das feine Gussgewinde war hinüber, die Kerze ließ sich nicht mehr einschrauben. Das war definitiv etwas für Fachleute, ein Schrauber auf Empfehlung wurde hinzugezogen, der sich nun dieser Sache annahm. Der Motor musste raus, Spezialisten mussten ein neues Gewinde sehr eng am Ventil vorbei eindrehen, ein riesiger Aufwand für das Wechseln einer Zündkerze. Einmal soweit in die Tiefen dieser mittlerweile auch schon etwas betagten Twin vorgedrungen, kam ein paar Tage später der Anruf, vor dem sich wahrscheinlich jeder Kunde einer Motorradwerkstatt fürchten würde. Laut Mechaniker sah das Innenleben auch nicht mehr richtig vertrauenswürdig aus, in diesem Zug könnte man eigentlich auch mal eben den Motor überholen. Wir hatten noch drei Wochen Zeit, bis wir zu viert nach Skandinavien aufbrechen wollten. Das sollte eigentlich zu machen sein, inklusive dem gründlichen Einfahren des dann wieder neuen Motors.
Um die Kosten im erträglichen Rahmen zu halten, haben wir das Innenleben der Honda größtenteils aus Fernost selbst importiert, ein Wettlauf mit der Zeit hatte begonnen. Eine Woche vor Abfahrt trudelten die Motorteile aus Singapur ein, alles wurde zusammengeschraubt und auch noch ordentlich vom Mechaniker eingefahren. Ganze 48 Stunden vor der langen Etappe nach Kristiansand stand die Twin nun wieder zu Hause in ihrer Garage und wurde bepackt.
Endlich klingelte auch der Postbote, meine neue SLR Kamera konnte also auch noch mit.

Vor der langen Autobahnetappe durch die halbe Republik bis in den Norden Dänemarks trafen wir uns nun morgens um 7 Uhr bei Markus zum Frühstück. Knapp 1000 Kilometer lagen vor uns, die Fähre sollte nachts um 01:00 Uhr von Hirtshalts nach Kristiansand rüber gehen. Mit fast schon eckigem TKC 80 Reifen kamen wir gegen Abend im nördlichen Dänemark an und hatten noch ausreichend Zeit bis zum Ablegen der Fähre.
Norwegen ist teuer, fast jeder Reiseführer berichtet von teuren Lebensmitteln, unbezahlbarem Alkohol, hohen Spritpreisen sowie gesalzenen Zeltplatzgebühren. Gut vorbereitet, die Alukoffer voller Fertiggerichte, literweise Wein und einem Wasserfilter ausgestattet, ging's also auf die Fähre rüber nach Kristiansand.

Bei herrlichem Wetter und angenehmen Temperaturen machen wir uns schon früh, es war gerade mal halb sieben Uhr morgens, von der Fähre aus Richtung Fjordland auf. Schon auf den ersten Metern wird klar, welch grandiose Landschaft hier auf uns wartet. Eine traumhafte Asphaltstrasse zieht sich durch eine gebirgige, ja fast menschenleere Landschaft hindurch. Kilometer um Kilometer fahren wir im gemütlichem Tempo an Seen und Flüssen entlang, auf der anderen Seite plätschert fast alle hundert Meter ein Wasserfall aus irgendeinem Felsen herab. Noch müde von der letzten Nacht, hatten wir doch auf der Fähre kaum kein Auge zu getan, können wir gar nicht genug von der abwechslungsreichen Landschaft bekommen. Schon ganz im Süden Norwegens wird nicht nur der Motorradfahrer überwältigt von einer Natur, die mit ihren großen Wäldern und Hochebenen wahrscheinlich auch jedes Wandererherz höher schlagen lässt. Gegen Nachmittag machen wir uns auf die Suche nach einem Platz zum Schlafen, der erste Wildcampingplatz sollte hier nicht schwer zu finden sein. Unweit des kleinen Ortes Ovre Sirdal finden wir nach den ersten 300 Kilometern ein wahrliches Traumplätzchen, natürlich direkt neben einem der reißenden Flüsse. Als erstes wirft Volker seine Angelschnur ins Wasser, nach nur einer halben Minute zappelt auch schon der erste Fisch daran. Unglaublich, aber er tut uns so leid, dass wir ihm sofort wieder die Freiheit schenken. Schnell sind die Zelte aufgestellt, der Wasserfilter in Betrieb und das erste Tetra Pak geöffnet. Hoch die Tassen, willkommen in Norwegen!
Am nächsten Morgen machen wir uns wieder früh auf den Weg. Unsere Gesamtreisezeit beträgt nur knapp 2 Wochen, bis dahin gibt es noch eine Menge zu erkunden.
Es geht weiter Richtung Norden, ständig müssen wir anhalten um wieder das ein oder andere Foto zu schießen. Bei vier Mitreisenden kann die Kommunikation mitunter schon mal schwierig sein, doch das schnell aufgenommene Bild im Kopf will nun auch digital festgehalten werden. Auf dem Weg Richtung Sand kommen wir wieder an unzähligen Flüssen und Wasserfällen vorbei, aber meistens gibt es immer noch einen, der im Besonderen hervorsticht. Wir machen den ersten Stopp schon sehr bald an einer alten Brücke, unter ihr tobt natürlich wieder ein reißender Fluss und ein Wasserfall stürzt sich gewaltig hinab in die tiefe Schlucht. Eine felsige Treppe führt uns zu einem günstigen Aussichtspunkt, da bemerke ich plötzlich eine offene Schnalle meines rechten Stiefels. Davon anscheinend irritiert rutsche ich auf dem sandigen Untergrund aus und verliere das Gleichgewicht. Unglücklicherweise fällt mir dabei meine noch fast jungfräuliche Kamera aus der Hand. Sie schlägt mehrfach hart auf dem felsigen Untergrund auf und bahnt sich so ihren Weg unter die Absperrung auf den drohenden Abgrund zu. Wie in Zeitlupe verfolgen wir vier das Geschehen, jegliches Eingreifen ist zwecklos. Nur noch ein paar Zentimeter, dann sind alle bisher gemachten Aufnahmen sowie das zuvor teuer ersteigerte Kameramodell im eisigen Wasser verschwunden und tief unter uns in der Schlucht begraben. Plötzlich das Unerwartete, die Kamera verfängt sich schicksalhaft in drei rostigen Nägeln kurz vor dem Abgrund. Wie kommen die denn dahin?, geht es mir durch den Kopf. Völlig geschockt und sprachlos stehen wir nun vor der Absperrung und rätseln, wie wir das gute Stück wieder zurückholen können. Erst nachdem Volker mit einem nicht wirklich vertrauenswürdigen dünnen langen Ast zum Angeln ansetzt, fasst sich Markus ein Herz. Er klettert über den Zaun und ohne diesen loszulassen, außerdem von uns dreien zusätzlich gesichert, bekommt er die Kamera ganz knapp zu fassen. Wieder bleibt mein Herz stehen, nicht auszudenken, was hätte passieren können. Wie durch ein Wunder, hat die Kamera diesen Absturz überlebt. Bis auf ein paar Schrammen am Objektiv und Gehäuse ist ihr nichts passiert. Mit weichen Knien verlassen wir diesen Ort und ich lasse die nächsten Fotostopps an mir vorbei ziehen…

Auf diesen Schock gönnen wir uns in einem nahe gelegenen Kaffee eine Tasse vom schwarzen Gold. In Norwegen ist es meistens üblich, dass man für die erste Tasse einen anständigen Kronenbetrag bezahlt, dafür aber so oft nachschenken kann, wie man möchte. Das nutzen wir natürlich gnadenlos aus, erst als erste Herzbeschwerden einen Koffeinschock prophezeien, satteln wir wieder auf…

Eines der viel besuchten Ziele Norwegens und der wohl meistfotografierte Felsen des Landes ist der Preikestolen, was soviel wie Predigerstuhl bedeutet. Dieser Name begründet sich auf der ungewöhnlich vorspringenden, flachen Form des Felsens. Dort hin zieht es uns noch am selben Tag, wir machen Halt auf einem der Campingplätze ein paar Kilometer vorher. Es ist Mai, in Norwegen noch keine Hochsaison und die Campingplätze sind noch recht leer. Der Besitzer konfrontiert uns mit einem für unsere Verhältnisse nicht akzeptablen Betrag für eine Nacht auf seinem Grundstück. Umgerechnet möchte er pro Person über 25 Euro für die Nacht kassieren. Das ist uns eindeutig zuviel! Wir fragen ihn nach einer Ermäßigung, zeigen uns andernfalls auch gewillt zu gehen. Schnell willigt er ein, plötzlich zahlen wir dann nur noch weniger als die Hälfte.
Am nächsten Morgen machen wir uns bei bestem Wetter in luftiger Kleidung und mit Wasservorräten auf den Weg zum 604 Meter hohen Felsen. Der Wanderweg wird laut Reiseführer mit guten 2 Stunden für eine Richtung angegeben, dies ist aber mit Sicherheit eher nett gemeint…
Der Aufstieg führt streckenweise recht anstrengend über Felsbänder und einen Geröllhang, ständig ist man auf der Suche nach dem Wegweiser. In Motorradklamotten sollte man diese Wanderung lieber nicht in Angriff nehmen, ein paar in Leder bekleidete Biker gaben schon nach dem ersten Kilometer auf. Belohnt wurden wir aber dafür umso mehr, denn die Aussicht an diesem sonnigen, wolkenlosen Tag war einfach gigantisch. Der Blick auf den Lysefjorden und die meist abgerundeten Bergkuppen des Hinterlandes aus Gneisgestein entschädigte doch für den Anstieg.
Die Bewegung tat gut, aber irgendwie zieht es uns dann doch wieder auf die Motorräder. Heute soll es mal richtig in die Berge gehen, bis auf über 1000 Meter hinauf in die Bergwelt Richtung Odda. Total unwirklich, wenn man bei strahlendem Sonnenschein startet, über traumhafte Strassen vorbei an unzähligen Wasserfällen stetig Höhenmeter macht, um schließlich mitten in einer Winterlandschaft zu stehen. Wahnsinn!
Dort oben liegt im Mai noch sehr viel Schnee, ganze Holzhütten sind noch total bedeckt. Meistens sieht man nur noch die Schornsteine, nicht auszudenken, wenn hier mal wirklich Winter ist. Natürlich sinkt auch direkt das Thermometer in frostige Bereiche, deshalb machen wir uns wieder auf den Weg ins Tal. Dort fragen wir bei einer freundlichen Bauernfamilie an, ob wir für eine Nacht auf ihrem riesigen Grundstück übernachten dürfen. Überhaupt kein Problem, die Menschen sind uns überaus freundlich gesinnt. Wieder kommt uns der Wasserfilter zugute, damit sind wir unabhängiger. Wir können somit unseren Kocher anschmeißen, Kaffee kochen und uns Essen zubereiten. Bisher haben wir noch nicht viel Geld in diesem Land gelassen, einzig Sprit und ein paar frische Lebensmittel haben wir für teure Kronen erstanden. So langsam zieht es uns Richtung Osten, es geht noch einmal hinauf auf über 1200 Meter Richtung Geilo. Immer noch haben wir für norwegische Verhältnisse traumhaftes Wetter, kein einziges Wölkchen ist am blauen Himmel zu sehen. Zwischen Meter hohen Schneewänden zieht sich die Strasse langsam in die Berge hinauf, wir fahren durch eisige Tunnel, denen es vor allem an einer vernünftigen Beleuchtung mangelt. Noch völlig von der unwirklichen Schneelandschaft geblendet, geht es sehr oft und plötzlich in kalte, dunkle Tunnel hinein. Diese können auch schon mal sehr lang sein, nicht immer steht bei der Einfahrt etwas über ihre Länge geschrieben. Als wir plötzlich aus einem finsteren Tunnel nach ca. 20 Kilometern wieder das Tageslicht erreichen, finden wir eine andere Landschaft vor. Dichtes Schneetreiben begrüßt uns am Tunnelausgang. Damit haben wir so gar nicht gerechnet, wird es jetzt doch Zeit für die Regenklamotten? Wir fahren mitten durch ein Skigebiet, ein Skilift bringt dutzende Wintersportler in noch höhere Gefilde. Was für ein krasser Unterschied, eben noch in kurzer Hose beim Frühstück, jetzt rechts von uns eine Winterlandschaft und alle paar Meter ein Jetski am Straßenrand. Wir fahren an die Hundert Kilometer durch dieses Schlechtwettergebiet, bis wir wieder langsam an Höhe verlieren. Das Gute daran ist einfach, die Strecken sind fast alle ohne nennenswerten Gegenverkehr. Hin und wieder müssen wir nur mal größeren Brocken von Schnee ausweichen, die einfach durch die Schmelze auf die Fahrbahn gefallen sind. Ansonsten können wir uns voll und ganz auf unsere Umgebung konzentrieren.
In den Bergen ist es kälter, gerade abends kann es um diese Jahreszeit noch empfindlich kühl werden. Nach dem Abendessen ist es noch lange hell, richtig dunkel wird es aber erst gegen Mitternacht. Unsere mitgebrachten Stirnlampen sind dadurch fast schon überflüssig, zum Einsatz kommen sie lediglich in den tiefsten Nachtstunden, wenn die gefüllte Blase uns mal wieder aus den tiefsten Träumen reißt.
Leider ist es in Norwegen nicht erlaubt, in der Jahreszeit zwischen April und September offenes Feuer zu machen. Daran haben wir uns auch gehalten. Aus diesem Grund freuen wir uns auch auf die letzten Tage in Schweden, diese stehen dem Wildzelten ebenfalls sehr tolerant gegenüber und dort können wir endlich ein richtiges Feuer machen.
Über Oslo fahren wir hinüber über die Grenze nach Schweden. In den letzten Tagen wollen wir es uns noch mal richtig gut gehen lassen, schöne Übernachtungsplätze ansteuern und bis spät abends am Lagerfeuer sitzen.
Je weiter wir aber Richtung Osten fahren, desto unspektakulärer wird die Landschaft. Dafür verändern sich aber die Straßenverhältnisse, wir fahren viel durch dichtes Waldgebiet und endlich kommen auch die ersten Schotterstrassen. Auf dem Weg nach Ärjang nicht unweit hinter der Grenze finden wir einen absoluten Traumplatz für unsere Zelte. Mitten im Wald finden wir eine Feuerstelle, Baumstämme zum Sitzen und einen klaren See in einer schon fast kanadischen Umgebung. Ein paar Meter weiter steht sogar eine kleine Holztoilette, sie sollte Klaus noch bei einem in dieser Nacht auftretenen Durchfall ihren Dienst erweisen… Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch schnell mit frischen Lebensmitteln eingedeckt, natürlich darf auch das "Lite Öl - 3,5 %" Bier nicht fehlen. In Schweden fallen uns sofort die für unsere Verhältnisse wieder etwas angenehmeren Preise auf.
Abends am Lagerfeuer in herrlicher Kulisse und nur den Geräuschen der Waldtiere lauschend, machen wir uns ein riesiges Feuer und grillen mit Holzkohle und backen uns selbst ein Brot. Die einfache Backmischung dafür hatte Markus zu Hause schon vorgerührt, herausgekommen ist ein knusprig leckerer Brotfladen unter offener Flamme. Das Leben könnte schlechter mit uns spielen, geht es uns durch den Kopf. Morgens nehmen wir noch schnell ein Bad im angrenzenden See und machen uns weiter in Richtung Süden auf.
Die Reise führt uns weiter tief ins Smaland hinein, unberührte Natur mit traumhaften Lichtverhältnissen erwartet uns in den letzten Tagen unserer Skandinavien Tour. In Schweden fahren wir stundenlang durch dicht bewaldetes Gebiet, immer zur linken oder rechten Seite spiegelt sich ein ruhiges Gewässer in der tief stehenden Sonne. Uns zieht es weiter bis hinunter nach Alingas. Hier stellt sich die Suche, einen geeigneten Platz für die Nacht zu finden, als etwas schwieriger heraus. Es gilt zwar das "Jedermannsrecht" für das Aufstellen der dünnen Stoffbehausung, dennoch suchen auch wir natürlich die perfekte Lage. Fast schon etwas genervt, kurz vor dem Aufgeben entdecken wir plötzlich ein Stück unberührte Natur. Am Ende eines Waldweges werden wir fündig, wir satteln an einem wirklich schönen Stück Erde unsere Motorräder ab. Kein Mensch weit und breit in Sicht, liegt plötzlich ein kleines Plätzchen zum Verweilen vor uns. Es gibt auch einen Sandstrand, eine Feuerstelle und sogar ein Tisch mit Platz für 4 Personen liegt genau vor uns. Etwas irritiert entdecken wir aber ein Schild, auf diesem ein durchgestrichenes Zelt zu sehen ist. Das kann doch nicht war sein, keine Menschenseele in Sicht und ausgerechnet hier darf man nicht zelten? Nach einer kurzen Inspektion der Umgebung, entschließen wir uns zum Aufbau der Zelte. Das Schild mit dem durchgestrichenen Zelt scheint nur angelehnt zu sein, also nicht richtig im Boden verankert. Wir schieben es ein wenig an die Seite und sofort ist unser Gewissen beruhigt. Wir verbringen einen herrlichen Abend dort und verbrauchen fast unsere gesamten Vorräte. Auch am nächsten Morgen sehen wir nur einen einzigen Spaziergänger, der sich anscheinend hierher verirrt hat. Freundlich zieht er vorbei und wir entschließen uns noch eine weitere Nacht zu bleiben.
Leider geht unser Trip nun langsam zu Ende, wir fahren über Malmö zurück nach Dänemark und von dort setzen wir nach Deutschland über.
Nach weiteren 400 Kilometern kommen wir schließlich auf der Insel Fehmarn an, dort finden wir eine traumhafte Campingmöglichkeit für ganze 4 Euro pro Person. Diese entdecken wir, indem wir nicht den großen Schildern der Campingplätze folgen, sondern die Augen nach kleinen Privatplätzen offen halten. Ein weit über 90 Jahre alter Eingeborener und sein Nachbar bieten uns einen wirklich runden Abschluss dieser einmaligen Reise. Wir trinken endlich wieder Bier mit normalen Umdrehungen und lassen die letzten Tage noch einmal Revue passieren.
Leider zieht sich der Himmel am nächsten Morgen bedenklich zu, uns erwartet eine Heimfahrt im strömenden Regen. Nur schön, dass Petrus bis zum Ende des Urlaubs mit dem Regen gewartet hat. So hat es wenigstens doch einen Sinn gehabt, die ganzen Regenklamotten mitgeschleppt zu haben. Was wäre denn ein Mopedurlaub ohne einen einzigen Regentropfen?


Reisefakten:

Gefahrene Kilometer 3500
Motorräder: 2 mal Honda Africatwin; einmal Suzuki V Strom 650 und einmal Honda CB 500
Bereiste Länder: Dänemark - Norwegen - Schweden
Reisezeit: Mai 2008 - 2 Wochen


Allgemeines:
Norwegen und Schweden eignen sich besonders zum Motorradfahren. Hier kommt jeder auf seine Kosten. In Norwegen fährt man auf traumhaft asphaltierten Strassen, fast immer (im Südwesten jedenfalls) am Wasser vorbei. Eine Aussicht jagt die Nächste, auch Kurvenfahrer kommen in den Bergen auf ihren Spaß. In den nicht Saisonmonaten hält sich außerdem der Verkehr sehr in Grenzen. Norwegen ist unglaublich sauber. In Schweden kommen auch die Endurofahrer in den Genuss, legale Schotterpisten zu befahren.


Reisezeit / Klima
Die beste Zeit für eine Reise durch die Fjorde Norwegens ist zwischen Mai und September. Temperaturen liegen zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Regenbekleidung sollte nicht fehlen, auch wenn wir fast ausschließlich blauen Himmel hatten.


Anreise
Wir haben den Weg über Dänemark - Hirtshals - nach Norwegen - Kristiansand - gewählt. Gebucht hatten wir einen Monat vor Abreise einen Schlafsessel auf der Colorline für 54 Euro (nur Hinfahrt). Tipp: Im Voraus zu buchen hat sich bei uns als richtig erwiesen, da ein kurz vor Ablegen der Fähre aufs Geradewohl dazu gestoßener Motorradfahrer, fast 20 Euro mehr bezahlen musste.
Der Rückweg: Wir haben uns für die Brücke von Malmö nach Kobenhavn entschieden: Kostet: 20 Euro pro Motorrad
Weiter über Rödbyhavn nach Puttgarden (Fähre): Kosten 38 Euro pro Bike.


Geld:
In Norwegen selbst konnten wir oft nicht mit der EC Karte zahlen (beim Tanken). Dort hätte sich eine Kreditkarte angeboten. In Schweden selbst war dies nie ein Problem. Wir haben ca. 8 Kronen für einen Euro bekommen.


Unterkunft / Verpflegung
Ausschließlich Selbstverpflegung - anderes wäre nicht zu bezahlen gewesen. In einer einfachen Pommesbude hätte ein Burger mit Fritten umgerechnet 15 Euro gekostet. Zelten: Campingplätze gibt es genügend, wenn sie noch nicht zu voll sind, bietet sich das Feilschen um einen günstigeren Preis an. Wildzelten geht überall dort, wo es nicht privat ist und man genügend Abstand zum nächsten Haus einhält.


Reiselektüre / Karten:
Wir hatten das grobe Kartenmaterial vom ADAC dabei (nicht wirklich ausreichend), sowie Detailkarten im Maßstab von 1:300000 (empfehlenswert).
Ausserdem einen Garmin GPS Zumo 500 Empfänger.

 

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