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update 13.12.09
© 2007 remoto

 

Bis ans Ende der Welt
19000 Kilometer durch Südamerika

Text: Mark und Klaus Reichmann im Mai 2004

Endlich ist es soweit, die Schranken des riesigen Hafengeländes in Buenos Aires öffnen sich.
Insgesamt zu 8 Motorrädern rollen wir ein letztes Mal durch die quirlige Metropole der argentinischen Hauptstadt, ehe wir uns in 2 vierer Gruppen aufteilen werden.
Zwei ganze Tage haben wir benötigt, um unsere Motorräder aus den Fängen des argentinischen Zolls zu befreien. Nun kann es losgehen, wir steuern zu viert unserem ersten Ziel "Feuerland" entgegen. Dort am Ende der Welt möchten wir uns alle wieder zusammenfinden und gemeinsam ein unvergessliches Sylvesterfest feiern.

Ein schnurgerades Asphaltband durch eine fast baumlose Ebene der argentinischen Pampa erwartet uns schon auf den ersten Kilometern.
Glücksgefühle kommen in uns auf, eine 2 jährige Vorbereitungszeit mit etlichen Entbehrungen und finanziellen Einschränkungen ist nun zu Ende. Die nächsten sechs Monate möchten wir in vollen Zügen genießen und hoffentlich viele große und kleine Abendteuer erleben.

Ca. 300 km unter Buenos Aires gelegen, besuchen wir den dort ansässigen Motorradclub "La Posta Del Viajero En Moto". Seine Mitglieder sowie der Präsident freuen sich besonders auf den Besuch von Fernreisenden aus aller Welt.
Bei unserer Ankunft füllt sich schnell das Clubhaus und ein großes Feuer wird ebenfalls für das abendliche Azado (argentinisches Barbecue) angezündet. Spät wird es, erst im Morgengrauen legen wir uns zwischen die Mopeds auf unsere Isomatten und schlafen ein.
Zwei Tage später erreichen wir kurz vor der Halbinsel Valdes das kleine Städtchen Viedma. Dort erfahren wir, das genau an diesem Wochenende das erste internationale Fernreisetreffen in Südamerika stattfinden soll. Organisator Oscar kümmert sich bestens um die ca. 25 Reisenden aus aller Welt. Mit diversen Diavorträgen und dem Lauschen von spannenden Geschichten am abendlichen Lagerfeuer werden wir in die noch vor uns liegende Zeit eingestimmt.

… geht mit dem Wind und lebt euren Traum, ruft uns Oscar nach einer herzlichen Verabschiedung hinterher. Wir fahren weiter Richtung Süden, immer geradeaus auf der nicht enden wollenden Routa 3.
Plötzlich nehmen wir eine Veränderung am Horizont war, ist es eine Windrose, eine Wetteränderung oder gar ein Brand? Wir wissen es nicht, doch mit zunehmender Annäherung entdecken wir, dass dort die Felder brennen.
Der Geruch bestätigt unsere Vermutung. Bald darauf sehen wir die lodernden Flammen, die durch den patagonischen Wind bis an die Straße herangepeitscht werden. Dann die Schrecksekunde: Wir tauchen ein in eine riesige Qualmwolke, es wird unerträglich heiß und die Flammen schlagen bis an den rechten Fahrbahnrand. Ohne Sicht auf Gegenverkehr müssen wir dem Feuer weichen, erst nach ca. 100 Metern ist das schlimmste vorüber. Die Straße wird kurze Zeit später gesperrt...
Ziemlich verdreckt und verstaubt erreichen wir die Halbinsel Valdes, dort finden wir einen wunderschönen Campingplatz direkt am Atlantik. Von hieraus machen wir einige Tagesausflüge und zugleich auch unsere ersten Schottererfahrungen. Auf der Suche nach den großen Orkawahlen im Norden, wühlen wir uns zum Teil durch die für uns noch schwierigen Schotterpisten bis hin zu den Aussichtspunkten der Insel. Krachend schlagen die Steine gegen den Motorschutz, knirschend versucht der Reifen seiner Spur zu folgen.
Ein platter Reifen in unserer Gruppe zwingt uns zu einer Pause, nach 2 Stunden können wir endlich die Weiterfahrt mit gewechseltem Schlauch wieder aufnehmen.

Nach 5 Tagen der Regeneration zieht es uns weiter Richtung Süden, Weihnachten steht vor der Tür. Die Feiertage verbringen wir mit 8 Personen etwa 200 km vor der Insel Feuerland in dem Örtchen St. Julian. Ein kleines Grüppchen hat sich auf dem Weg hierher gebildet, auf den langen schnurgeraden Etappen der Routa 3 trifft man sich ständig wieder. So langsam steigt die Vorfreude bei allen, endlich das Ende der Welt zu erreichen.

Einen Tag nach Weihnachten ist es dann soweit, wir überqueren mit einer Fähre die Magelanstrasse und erreichen Tierra del Fuego noch kurz vor Sonnenuntergang.
In den Bergen vor Ushuaia schlägt plötzlich das Wetter um, wir kämpfen uns über eine nasse schlammige Piste bis hinunter ins Tal.
Völlig verdreckt und arg durchnässt schlagen wir unsere Zelte am Rio Pipo auf, wo diesmal das Traveller Treffen der Motorradfahrer stattfinden soll.
Zu Silvester füllt sich der Platz sehr schnell, aus allen Ländern kommen Motorradfahrer hierher um ein rauschendes Fest an diesem fernen Ort der Welt zu feiern.
Am Vormittag wird noch schnell ein Rundkurs für ein kleines Rennen mit Bachdurchfahrt abgesteckt, bei dem das örtliche Fernsehen natürlich nicht fehlen darf.
Spät in der Nacht fallen wir in die Schlafsäcke, eine tolle Party bei niedrigen Temperaturen endet erst im Morgengrauen…

Nach 2 weiteren Tagen entschließen wir uns zur Weiterfahrt, wir brechen unsere Zelte ab. Jetzt geht es nur noch Richtung Norden, solange unsere Reisekasse uns nicht in eine andere Richtung drängt.
Kurz nachdem wir Ushuaia aus unseren Rückspiegeln verloren haben, laufen plötzlich drei Hunde quer über die Strasse. Der Zweite unserer Gruppe erwischt den größten davon frontal und stürzt dabei selber auf den Asphalt. Mit dem Rettungswagen wird unser Mitfahrer ins städtische Krankenhaus von Ushuaia eingeliefert, das Resultat ist eine gebrochene Rippe sowie ein verstorbener Hund.
Fast eine ganze Woche später können wir endlich Feuerland verlassen und steuern Richtung Norden der Routa 40 entgegen.
Der patagonische Wind wird immer heftiger, die Strasse ist schwierig zu befahren. Im südlichen Teil besteht die Routa 40 fast ausschließlich aus Schotter und Wellblech, immer wieder versucht uns der starke Wind in die tiefen Steine zu treiben.
Wir besuchen den Nationalpark Torres del Paine und fahren schließlich weiter zum Gletscher Perito Moreno.
Wir campen in der touristisch angelegten Stadt Calafate, von hier aus sind es nur noch knappe 80 km übelste Schotterpiste bis hin zum Gletscher.
Dort angekommen, haben wir einen gigantischen Blick auf die Eismassen eines der wenigen weltweit noch wachsenden Gletscher.
Fernsehteams stehen parat, denn dieser Gletscher soll eigentlich alle 16 Jahre wegen der sich aufstauenden Wassermassen aus dem Largo Argentino in sich zusammenkrachen. Leider können wir diesem Naturschauspiel nicht beiwohnen, die riesige Eisfläche gab erst ca. 2 Monate später unter lautem Donnern und Krachen nach, und eine immense Flutwelle ergoss sich in den größten See Argentiniens.

Auf geht's zur Caretera Austral, wir haben mal wieder die Grenze zu Chile passiert. Die ständigen Grenzwechsel zwischen Argentinien und Chile gehen nicht immer einfach von statten. Manchmal wissen die Zöllner gar nichts mit uns anzufangen, ein Motorrad mit deutschem Nummernschild überquert hier unten nicht allzu oft die Grenze. Dann dauert es immer besonders lange, bis wir die nötigen Papiere endlich in unseren Händen halten.

Jetzt fängt vielleicht der schönste landschaftliche Teil der gesamten Reise an, wir fahren den großen Anden entgegen.
Wie eine Achterbahn zieht sich die kleine schotterige Straße kurz nach dem Grenzübergang zu Chile entlang dem Lago General Carrera.
Die riesige Wasserfläche lagert zu beiden Teilen der chilenisch - argentinischen Grenze und gilt als der zweitgrößte See Südamerikas.
Rot wie die Golden - Gate Bridge und mindestens genauso schön erblicken wir 40km vor dem Örtchen Tranquilo eine wunderschöne Stahlbrücke.
Ganz abgelenkt von der fantastischen Aussicht vergesse ich mir dummerweise den Fahrbahnuntergrund genauer anzusehen.
Ein fataler Fehler im Nachhinein, finde ich mich doch Sekunden später neben einem der schönen roten Pfeiler auf dem Boden wieder.


Das tat weh…
Mein Alukoffer ist komplett zerdrückt, eine Beule im Tank sowie Schmerzen in der Schulter und im Daumen sind das Resultat dieser kurzen Unaufmerksamkeit.
Erst am nächsten Tag erreichen wir die 200 km entfernt liegende größere Stadt Coihaique, die für die nächsten 3 Wochen unsere neue Heimat werden soll. Im städtischen Krankenhaus bekomme ich eine Vollnarkose zum richten meines wohl doch gebrochenen Daumens und anschließend einen Gips umgelegt. Auch mein Bruder lässt ein paar Bilder von sich machen, trägt er doch seit einem Sturz auf der Routa 40 eine Rippenprellung mit sich herum.
Wir kurieren unsere Blessuren aus, reparieren Koffer und Maschine und spielen nach 19 Tagen selbst Doktor… Mit der Säge geht Klaus zu Werke, bis meine Hand wieder vollständig frei liegt.
Möglichst schnell möchten wir eine "daumenfreundliche" Asphaltstrasse erreichen, denn mein Finger lässt sich so gut wie gar nicht bewegen und schmerzt dazu noch sehr. Wir entschließen uns über Rio Majo nach Argentinien einzureisen, von dort kommen wir über gute Strassen hinauf bis nach Barriloche.
Aber die Strecke bis zum ersehnten Asphalt hat es wirklich in sich… mit steifem Daumen versuche ich das Motorrad gegen den starken Seitenwind aufrecht über die übel zu befahrene Wellblechpiste zu schaukeln. Erst nach 6 Stunden und 250 Kilometern kommen wir total erschöpft und von Wind und Wetter gezeichnet in dem kleinen Örtchen Rio Majo an.
Die nächsten Tage versprechen Besserung, mein Daumen macht nun endlich die gewünschten Fortschritte. Wir genießen es wieder unterwegs zu sein, über El Bolson geht's nach Esquel und Barriloche.

Unser erster Pass in die Anden steht bevor. Über steile Haarnadelkurven geht es hinauf, bis wir eine Höhe von 3100m an der Grenze zu Argentinien erreichen. Von dort oben genießen wir einen atemberaubenden Blick auf den höchsten Berg Amerikas, den 6969 Meter hohen Aconcagua.
Bevor sich die gut asphaltierte Strasse hinunter durch ein eindrucksvolles Felsental Richtung Uspallata schlängelt, machen wir noch einen ausgiebigen Stopp am Naturwunder der Puente del Inca.
Das in seinen verschiedensten Orangetönen leuchtende Gestein ist der Anziehungspunkt für viele Touristen.
Die Afrika Twins kommen mit dieser Höhe sehr gut zurecht, erst bei späteren Passüberquerungen merken wir bei Höhen von knapp 5000 Metern deutliche Leistungsverluste.

Die Suche nach dem Tal des Mondes (Valle de la luna) bereitet uns einige Schwierigkeiten.
Ziemlich versteckt und leider in unseren Karten nicht richtig eingezeichnet, finden wir den Nationalpark Ischigualasto schließlich ca. 150 Kilometer südlich von dem Örtchen Va Union entfernt.
Von hier aus führt ein ca. 45 Kilometer langer "Trailkurs" durch ein Wuestental zwischen Bergketten aus Sedimentgestein, Lehm und Vulkanasche. Es macht wahnsinnig viel Spaß hier mit dem Motorrad durchzufahren. Erst mit der langsam untergehenden Abendsonne kehren wir zurück und schlagen unser Zelt unter dem schimmernden Licht des aufgehenden Vollmondes in dieser Traumkulisse auf.

Heute soll es endlich richtig in die Anden gehen, wir möchten über den Paso de San Francosco mal wieder die Grenze zu Chile überqueren.
Schon der Name des Passes löst bei uns einen Adrenalinkick aus. In dem kleinen Dorf Fiambala decken wir uns noch einmal mit Sprit und Wasser ein, bis wir bei bestem Sonnenschein die sechshundert Kilometer lange Strecke ohne weitere Versorgungsmöglichkeit angehen.
Erst langsam gewinnen wir an Höhe. Im Gegensatz zu anderen Pässen schlängelt sich dieser nicht in ewigen Serpentinen bergauf, sondern führt über eine hunderte von Kilometern langen Auffahrt zum Gipfel.
Langweilig wird uns dabei nicht, denn hin und wieder wird die auf argentinischer Seite asphaltierte Strasse durch kurze Schotterpisten unterbrochen und fordert unsere vollste Konzentration.
Auf 4700 Metern Höhe überqueren wir die Grenze. Erst beim absteigen von den Mopeds merken wir wie dünn doch hier oben die Luft ist. Ein eisiger Wind fegt uns um die Ohren, mit einem Schwindelgefühl betreten wir den Zollposten. Auch die Twins haben schwer zu kämpfen, trotz aufgedrehtem Gashahn bringen sie kaum mehr als 80 Stundenkilometer.
Dennoch schaffen wir die gesamte Strecke an einem Tag, wir erreichen unser Etappenziel Copiapo noch vor Sonnenuntergang. Völlig kaputt und mit noch einem klingeln in den Ohren fallen wir nach einer Pizza und etlichen Bieren in die Betten.

Nach zwei schönen Tagen in San Pedro de Atacama und einem Ausflug zu den höchsten Geisiren der Welt (El Tatio) möchten wir über den Paso de Jama zurück nach Argentinien reisen. Wieder geht's hinauf auf über 4700 Meter Höhe, von dort genießen wir herrliche Ausblicke auf bizarre Gesteinsformationen in ihren abenteuerlichsten Farben. Hin und wieder kreuzt ein Lama unseren Weg, ansonsten begegnen wir auf dieser Höhe keinem Menschen. Vorbei fahren wir an grünen Lagunen und drehen eine große Runde auf einem riesigen Salzsee.

So langsam müssen wir uns Gedanken über unsere bevorstehende Rückreise machen. Bisher haben wir dieses Thema stets verdrängt, doch allmählich neigt sich unsere Reisekasse dem Ende zu.
Wir entschließen uns in 4 Wochen von Buenos Aires aus zusammen mit einem Frachtschiff unsere Rückreise anzutreten. Die Tickets sind schnell übers Internet gebucht, jetzt gilt es die letzten Wochen in vollen Zügen noch zu genießen.
Wir steuern vielleicht unser letztes Highlight dieser Reise an, die Wasserfälle von Iguacu.
Unsere Reiseroute für die nächsten Tage steht schnell fest, wir reisen über Paraguay nach Brasilien ein. Von dort soll es über Uruguay nach Buenos Aires zurückgehen.
An der Grenze zu Paraguay wird es auf einmal ungemütlich, stellen wir doch mit unseren Motorrädern eine absolute Sensation dar. Der Grenzbetrieb kommt fast zum erliegen, alle möchten uns in irgendeiner Weise etwas verkaufen oder uns einfach nur behilflich sein.
Zum Schluss versuchen auch noch die Grenzbeamten uns 40 Dollar für einen Haufen Stempel abzuknöpfen, stoßen aber bei uns auf keine zahlungswilligen Kunden. Erst als der Chef persönlich die Sache in die Hand nimmt, öffnet sich für uns kostenlos der Schlagbaum.

Zwei Tage bleiben wir in Asuncion, der Hauptstadt Paraguays. Über eine gut geteerte Asphaltstrasse geht es durch tropisches Gebiet Richtung Ciudat del Este, dem Grenzübergang zu Brasilien.

Hier spielt alles verrückt, schießt es uns beim Anfahren auf den Grenzposten durch den Kopf. Hunderte, gar tausende von Mopedfahrern möchten an diesem Tag die Grenze überqueren. Natürlich fallen wir auch hier mit unserem dicken Gepäck und den schweren Maschinen wieder auf, aber irgendwie hilft man uns das richtige Zollhaus in diesem Durcheinander zu finden.
Während wir unsere Pässe abstempeln lassen, passt ein Schwerbewaffneter Polizist auf unsere Maschinen auf. Eine große Menschentraube bildet sich um unsere Motorräder, erst nach einer Stunde ist alles durchgestanden. Hinein fahren wir in die Stadt Iguazu und suchen uns ein billiges Hotelzimmer.
Zwei Tage schauen wir uns die Stadt und natürlich die größten Wasserfälle der Welt an.
Gewaltige Wassermassen stürzen donnernd über sechzig Meter mitten im subtropischen Regenwald in die Tiefe. Ein gigantischer Anblick, der nur noch durch eine Speedboot - Tour zu toppen ist. Diese lassen wir uns natürlich nicht entgehen, völlig durchnässt aber total begeistert werden wir wieder zum Anlegehafen zurückgebracht.

Unser Weg führt schließlich weiter bis hin zur brasilianischen Küste nach Blumenau. Kurz vor erreichen dieser typisch deutschen Stadt kommen wir in ein fürchterliches Unwetter. Alle Goretex - Membranen versagen, das Wasser prasselt Literweise auf uns nieder. Triefend nass betreten wir eine kleine Rezeption eines Hotels und verwandeln diese schnell in ein Schwimmbad. Die Motorräder dürfen wir ebenfalls ins Haus fahren, sofort wird ein Platz für unsere Maschinen neben einem Vorratsregal für Lebensmittel freigeräumt.
Zwei ganze Tage verbringen wir hier und freuen uns endlich mal wieder auf ein wenig Konversation in unserer Muttersprache. Viele Deutsche leben in dieser fast nur aus Fachwerkhäusern bestehenden Stadt mitten im Herzen Brasiliens.
Bevor es endgültig zurück nach Buenos Aires zum Hafen geht, möchten wir noch einen kleinen Eindruck von Uruguay bekommen. In Paysandu verbringen wir herrliche Tage am Grenzfluß zu Argentinien, dem Rio Uruguay. Auf einem eine Woche dauernden Stadtfest lernen wir viele Einheimische kennen und lassen es die letzten Tage mit dem Motorrad ruhig angehen.

Nur noch ein einziges Mal satteln wir unsere Motorräder, die letzte Strecke nach Buenos Aires steht auf dem Programm.
Unser letzter Grenzübergang verläuft völlig problemlos, die 300 Kilometer in die argentinische Hauptstadt vergehen wie im Flug.
In der Megametropole angekommen, suchen wir uns ein bezahlbares Hotel. Kreuz und quer geht es durch die engen Strassen dieser riesigen Stadt, nach ungefähr zwei Stunden und heißen Motoren werden wir schließlich fündig.
Geschafft, nach 19000 Kilometern sind wir nun wieder zu unserem Ursprungsort Buenos Aires zurückgekehrt. Ein komisches Gefühl kommt in uns auf, ist die Reise tatsächlich damit zu Ende?
Nein, ein letztes Highlight haben wir ja noch; die Frachtschiffreise. In zwei Tagen soll unser Dampfer am Hafen anlegen und uns auf dem Seeweg zurück über den Atlantik nach Hamburg bringen…

Ganz unproblematisch und locker läuft der Zoll ab, so können wir einfach mit den Mopeds vom Hafengelände direkt in den Schiffsbug hineinfahren. Ein Offizier heißt uns willkommen, unsere Maschinen werden festgezurrt.
Wir selbst bekommen eine Kabine zugewiesen, vier Stunden später legen wir ab.
Langsam verschwinden die Lichter der riesigen Skyline von Buenos Aires, der 220 Meter lange Frachter steuert in die offene See.
Fast vier Wochen haben wir nun Zeit, unsere Erlebnisse in Ruhe zu verarbeiten.
Die wenigen Landgänge nutzen wir. Zweimal in Brasilien und noch einmal in England bekommen wir die Möglichkeit, für einen Tag uns die nähere Umgebung anzusehen.

Nach 25 Tagen auf offener See ist es dann soweit, wir laufen in den Hamburger Hafen ein. Ein Knopfdruck auf den E-Starter genügt, die treuen Twins springen sofort an.
Ein letztes Winken der Matrosen und ein wehmütiger Blick in den Rückspiegel besiegeln nun das endgültige Ende unserer Südamerikareise.
Schön war's!


Allgemeines
Die beschriebene Reiseroute von 19000 Kilometer verläuft durch das windgepeitschte Patagonien, über die Hochgebirgslandschaft der Anden sowie durch das tropisch heiße Tiefland hin zur Ostküste.

Reisezeit/Klima
Südamerika bietet fast alle Klimazonen dieser Welt. Während es in Patagonien sehr windig zugeht, kommt auf Feuerland noch viel Regen hinzu. Hier kann es nachts auch schon mal sehr frisch werden, Temperaturen um den Gefrierpunkt, gar Schnee sind hier am Ende der Welt auch im Sommer keine Seltenheit. Im Hochgebierge fallen die Temperaturen ebenfalls, vor allem nachts sinkt die Quecksilbersäule stark in den Minusbereich. Reisezeit: November bis Mai. An den Küsten ist es sehr warm, dementsprechend auch oft touristisch überfüllt.


Anreise
Buenos Aires wird von fast jedem Flughafen dieser Welt aus angeflogen. Die Flugzeit kann auf Grund diverser Zwischenlandungen bis zu 25 Stunden dauern. Die Motorräder haben wir einen Monat vor Abflug mit einem Container von Hamburg über eine Spedition nach Südamerika
verschickt. Für die Zollabfertigung auf eigene Faust benötigt man gute Spanischkenntnisse.
Ansonsten empfiehlt es sich, einen Agenten für die Zollabwicklung zu Hilfe zu nehmen.
Für den Rücktransport haben wir uns für die Reise mit dem Frachtschiff entschieden.

Anbieter:
Internaves Frachtschiffreisen http://www.internaves.com/ internaves@t-online.de


Dokumente
Reisepaß, Impfpass, nationaler und
internationale Führerschein / Fahrzeug -
schein. Ein Carnet de Passage wird in
keinem von uns bereisten Land gefordert.


Motorrad fahren
Feuerland ist über die Routa 3 entlang der Ostküste überwiegend auf Asphaltstrassen zu erreichen. Die Andenseite entlang der Routa 40 hingegen, ist im südlichen Teil ausschließlich geschottert und viel mit Wellblech versehen. Empfehlenswert ist eine Reiseenduro mit einer Tankreichweite von ca. 400 Kilometern,
einem stabilen Koffersystem sowie grobstolligen Reifen. An den Pässen wird zum Teil an guten neuen Asphaltstrassen hart gearbeitet. Jedoch kann dies noch Jahre dauern, gerechnet werden muss mit tiefen Schotter und Sandpassagen sowie groben Wellblechs.


Kleidung
Eine Jacke mit Goretex Membran, Regenklamotten sowie Endurostiefel. Auf Grund der diversen Klimazonen empfielt es sich neben warmen Sachen auch genügend leichte Kleidung im Gepäck zu haben.


Unterkunft
Argentinien und Chile eignen sich hervorragend zum wildcampen. Auch Campingplätze gibt es überall.
Unterkünfte findet man fast in jeder Stadt, jedem Dorf. Die kleinen Hostals bieten für wenig Geld ein trockenes Dach sowie meistens eine heiße Dusche.


Verpflegung

Vegetarier haben es schwer, Fleisch ist in Argentinien sehr preiswert. Fast überall werden aber Meeresspezialitäten, sowie auch normale Gerichte angeboten: Steak mit Pommes, Hühnchen mit Reis. Auch Pizzaliebhaber kommen auf ihre Kosten, preiswert und lecker reichen sie meist für zwei Personen. Frühstück fällt dagegen in den von uns bereisten Ländern eher dürftig aus. Ein Kaffee und vielleicht noch ein Croissant oder Toast, viel mehr ist nicht zu erwarten. Unbedingt Empfehlenswert ist es an einem der immer wieder angebotenen Asados (Barbecue) teilzunehmen, die sich vor allem von der Zubereitungsart von Land zu Land unterscheiden.

 

 

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